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Blog WebsiteEs ist soweit: meine Website ist soeben online gegangen! Ich bin aufgeregt, denn es ist das erste Mal, dass ich mich als Autorin präsentiere. Das stimmt nicht ganz, denn vor einigen Monaten wurde ein Buch mit dem bezeichneten Namen „Das Böse Frauen Buch“  in Wien vorgestellt und ich hatte nicht nur die Ehre, darin eine Kurzgeschichte veröffentlichen zu können, sondern diese auch bei der Buchpräsentation vorlesen zu dürfen. Das war spannend – zuerst – eher beängstigend – etwas später – und schließlich Herzklopfen verursachend – am Ende.

Man muss wissen, dass die wenigsten Schriftsteller gerne vorlesen, im Gegenteil die meisten scheuen diese Tätigkeit wie der Teufel das Weihwasser. Als ich schließlich vor den Zuhörern saß – es waren gar nicht so wenige, aber natürlich nicht so viele, als wenn die Rowling vorgelesen hätte – schluckte ich tapfer und stand vor einer neuen Herausforderung. Ich fragte mich, ob ich eigentlich dafür geeignet war, sollten nicht Schauspieler, Radiosprecher oder andere Stimmakkrobaten solche Jobs übernehmen? Ist es nicht so, dass man eine Geschichte durch falsches Lesen völlig verhauen kann? Ich wurde immer unsicherer und diverse Ausreden (Kreislaufkollaps? Notfall in der Familie? Schuhausverkauf bei Prada?) schwirrten durch meinen Kopf. Dann schloss ich die Augen und ermahnte mich selbst: hör auf damit! Es geht nicht darum, dass du einem Todgeweihten einen Bypass einsetzen oder vor einem Millionenpublikum einen Streisand Song darbieten sollst. Nein, darum geht es jetzt nicht. Das könntest du definitiv nicht und würdest ein lebenslanges Trauma davontragen, was eine Lappalie im Vergleich zum Tod des Bypass Patienten wäre. Nun geht es lediglich darum, eine Geschichte vorlesen, auch noch dazu eine Selbstgeschriebene. What’s the big deal?

Ich öffnete meine Augen erneut und positionierte das Mikrofon vor mein Gesicht. Als ich zu lesen begann, schienen die Worte ganz natürlich aus meinem Mund zu fließen. Ich kümmerte mich nicht darum, dass ich vergessen hatte, den Titel zu nennen, meine Stimmlage etwa zu hoch war und ich eine Spur zu schnell las. Ich machte den Job und ich machte ihn gut. Nicht weil ich eine ausgebildete Stimme habe oder ein schauspielerisches Talent an den Tag legte, sondern weil ich über meine Schatten gesprungen war und es dann doch Spaß machte. Vor allem, weil eine Dame in der Mitte des Publikum genau an den richtigen Stellen lachte und mir damit die Zuversicht gab, es richtig zu machen. Falls sie das liest, hoffe ich, dass sie sich wiedererkennt. Sie trugen einen beigen Schal und einen roten Pullover. Danke, dass Sie da waren.

© 2013-2014 Cornelia Pichler

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