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Blog BootDer Winter lähmt mich und während ich hier im Süden Österreichs im Schnee ersticke, wünsche ich mich genau dorthin, wo mein erster Roman angesetzt ist, nämlich nach Griechenland. Mir ist klar, dass auch dort diese Jahreszeit nicht dem entspricht, was ich mental letzten Sommer mitgenommen habe, aber dennoch hilft mir die Vorstellung, noch einmal am Strand zu sitzen und die milde Abendsonne zu genießen.

Ich könnte in ein Flugzeug steigen und allem entfliehen, die Kälte und das Eis hinter mir lassen und vorgeben, zu den Glücklichen zu zählen, die jeden Tag bei Sonnenschein aufwachen und deren Gemüt das Wort Depression so fern ist, wie einem Eskimo das Jucken eines Hitzeausschlages. Das wäre möglich, aber mit Komplikationen und Kosten verbunden, außerdem würde ich meine Familie damit ins Chaos stürzen. Andererseits eine verlockende Vorstellung – jedenfalls für einige Sekunden – denn wie würden sie sich schlagen, wenn das Sicherheitsnetz, das immer eine Rettung am Horizont verspricht, plötzlich abmontiert ist? Ich will es mir dann doch nicht ausmalen.

Also entscheide ich mich gegen die Flucht, gegen die Sehnsucht und gegen den Wunsch, die Utopie zur Realität zu machen. Ich nehme den einfacheren Weg und hole mir ein Buch. Dann verkrieche ich mich auf mein gemütliches Sofa, schlürfe eine Tasse Tee und entfliehe der Wirklichkeit, indem ich eine Geschichte lese. Natürlich spielt sie in einem südlichen Land, in dem das ganze Jahr über Blumen blühen und in dem die Menschen ihrer kulturellen Eigenheit nachkommen, stets gut gelaunt zu sein. Vielleicht verliebt sich auch jemand in der Geschichte – wer weiß? Jedenfalls vergesse ich dabei, wo ich bin und welche äußeren Umstände mir das Leben schwer machen.

Versuchen Sie es auch einmal, es gibt nichts Einfacheres als ein Buch zur Hand zu nehmen und sich darin zu verlieren, so sehr, dass man irgendwann lächelt, obwohl man davor noch todunglücklich war. Vielleicht wird es bald mein Buch sein, von dem Sie verzaubert werden … ich würde mich darüber freuen.

 

 

 

© 2013-2014 Cornelia Pichler

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